Hochschulgnade in Corona-Zeiten?

Hochschulgnade in Corona-Zeiten?

Manchmal nicht, manchmal einfach, manchmal kompliziert, manchmal nur mit Antragsfrist!

Seit einem Jahr kämpfen Studierende und deren Hochschulen mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie. Schließung von Präsenzveranstaltungen, Online-Vorlesungen, Online-Prüfungen etc. sind ständige Bedingungen eines nicht mehr normalen Lehrbetriebes. Bundesländer und Hochschulen gehen dabei nach den Prinzipien des Föderalismus und der vermeintlichen Wissenschaftsfreiheit uneinheitlich um.

Rechtsanwalt Joachim Drinhaus sieht die Auswirkungen auf Prüfungen. So stellt sich immer wieder die Frage nach korrekten und angemessenen Prüfungsbedingungen. Ist das Tragen eines Mund-Nasenschutzes in einer Klausur erlaubt oder nicht? Darf die Hochschule die Prüfungskandidatinnen und -kandidaten während einer Online-Klausur am heimischen Schreibtisch beobachten? Kann man eine nicht bestandene Prüfung wiederholen? Viele weitere Streitpunkte sind erkennbar, aber auch viele Gerüchte und - falsche - Vermutungen, dass die Regelungen einer Hochschule oder eines Landes auch woanders gelten sollten.

Einige Bundesländer haben reagiert, andere nicht in wünschenswertem Umfang. Aber wie bei der Corona-Bekämpfung, bei Lockdown und Lockerungen, gelten quer durch Deutschland unterschiedliche Regelungen. Beispielsweise gibt es einzelne Bundesländer oder Hochschulen, die für Prüfungen eine sog. „Freischussregelung“ eingeführt haben. Dann gilt eine unter den Corona-Bedingungen nicht bestandene Hochschulprüfung als nicht unternommen. Sie zählt also nicht, so dass die Anzahl möglicher Wiederholungsprüfungen sich dadurch nicht reduziert.

Auch in Hessen wurde im Februar 2021 eine solche Regelung in Kraft gesetzt für Hochschulprüfungen des Wintersemesters 2020/2021 sowie auch rückwirkend für Prüfungen des Sommersemesters 2020 - dann aber nur bei Antragstellung bis zum 31.03.2021 !

Hieran sind besondere Bedingungen geknüpft. Nicht jeder Prüfungsversuch fällt unter diese „Gnade“ des Verordnungsgebers bzw. der Hochschule. Andererseits: Die Hochschulen selbst dürfen sogar in Details noch günstigere Regelungen schaffen.

Rechtsanwalt Joachim Drinhaus empfiehlt Prüfungskandidatinnen und -kandidaten, sich nicht nur auf Gerüchte oder mündliche Informationen aus dem Hochschulumfeld zu verlassen. Insbesondere wenn es darauf ankommt, dass eine Corona-Prüfung zu einem endgültigen Nichtbestehen eines Moduls geführt hat, wenn die Anzahl möglicher Wiederholungsprüfungen zur eigenen Sicherheit aufrecht erhalten werden soll, oder wenn im Sommersemester 2020 eine Prüfung nicht absolviert werden konnte und als nicht bestanden gilt, sollte rechtlicher Rat eingeholt werden. Es gilt zu verhindern, dass Wiederholungschancen oder gar der ganze Prüfungsanspruch verloren gehen. Letzteres würde zur Exmatrikulation führen. Auch durch das jeweilige Landesrecht gesetzte Fristen erfordern zügigen Handlungsbedarf der Studierenden.

Sprechen Sie uns diesbezüglich an, egal aus welchem Bundesland.