Unterhalt für Kinder im Studium

Unterhalt für Kinder im Studium   

Selbst wenn das studierende Kind schon älter als 25 Jahre ist und Eltern keinen Anspruch mehr auf Kindergeld oder Kinderfreibeträge haben, z.B. weil ein Zweitstudium absolviert wird, lässt sich ein Zuschuss der Eltern zu seinen Lebenshaltungskosten Unterhalt als außergewöhnliche Belastung von der Steuer absetzen. Dafür müssen allerdings einige Voraussetzungen erfüllt sein.

So darf das studierende Kind selbst kein oder nur ein geringes Vermögen besitzen - (laut Finanzverwaltung bis zu einem Verkehrswert von 15.500,00 Euro mit einigen Ausnahmen).

Bis Ende 2017 waren Zahlungen von maximal 8.820,00 Euro pro Jahr abzugsfähig, ab 2018 bis zu 9.000,00Euro. Jedoch sind eigene Einkünfte des Kindes auf den Höchstbetrag anzurechnen, soweit sie 624,00 Euro im Jahr übersteigen.

Haben die Eltern Anspruch auf Kindergeld, können sie neben dem Kinderfreibetrag noch 924,00 Euro geltend machen, wenn sich das volljährige Kind in einem Erststudium oder einer Berufsausbildung befindet und auswärtig wohnt. Ein konkreter Aufwandsnachweis ist dann nicht erforderlich.

Den Steuerabzug für Unterhaltsleistungen gibt es nur einmal pro Kind, auch wenn mehrere Personen zusammen für den Unterhalt aufkommen. Der abzugsfähige Höchstbetrag ist in solchen Fällen auf die jeweiligen unterhaltsleistenden Personen aufzuteilen. 

Das Sächsische Finanzgericht hatte kürzlich zu entscheiden, ob Eltern Unterhaltszahlungen an die studierende Tochter absetzen können, wenn die Tochter mit ihrem Freund zusammenlebt. Das Finanzamt versagte dies teilweise mit der Begründung, der Lebensgefährte sei zum Unterhalt seiner Freundin zumindest moralisch verpflichtet. Das Sächsische Finanzgericht gewährte hingegen den Eltern den Steuerabzug ungekürzt. Die Richter störte nicht, dass das zusammen lebende Paar keine Aufteilung der Haushaltskosten vereinbart hatte (Urteil vom 5.9.2017, 3 K 1098/16).

Betroffene sollten ihre Steuerbescheide offenhalten, bis der Bundesfinanzhof sich dazu äußert. Hierzu ist ein Grundsatzverfahren beim BFH unter dem Aktenzeichen VI R 43/17 anhängig.

Ist ein bedürftiger Studierender jedoch verheiratet und bekommt Unterhalt von seinen Eltern und seinem Partner, ist der abziehbare Höchstbetrag aber aufzuteilen, denn der Ehepartner ist gesetzlich zum Unterhalt verpflichtet.