Universität lässt auf eigene Kosten externen Dienstleister Medizinstudenten schulen

Universität lässt auf eigene Kosten externen Dienstleister Medizinstudenten schulen

(unter Bezugnahme auf Gießener Allgemeine vom 23.01.2019)

Die Justus-Liebig-Universität Gießen fühlt sich offensichtlich in der Verantwortung, weil zuletzt rund 20 % ihrer Medizinstudenten durch den Ersten Abschnitt der ärztlichen Prüfung gefallen sind. Das ist über dem bundesweiten Durchschnitt (9,3 %, siehe bundesweite Statistik auf www.impp.de).

Nun - offensichtlich als Sofortmaßnahme angedacht - schickt sie auf eigene Kosten ihre Studenten zur Prüfungsvorbereitung ins Repetitorium von Medi-Learn, dem Marburger Dienstleister.

Dieser ist auch für einige andere Universitäten tätig und bietet dort entsprechende Vorbereitungskurse an. Während üblicherweise die Studierenden einen Anteil an den Kosten für die Kurse tragen, will der Fachbereich Medizin der Universität Gießen aber sämtliche Kosten selbst tragen.

Auf die Spekulationen angesprochen, ob der unterdurchschnittliche Erfolg der Gießener Medizinstudenten mit der Privatisierung der fusionierten Unikliniken „Universitätsklinikum Gießen Marburg“ (UKGM) zu tun habe, erklärte der Studiendekan, dass dies nicht der Fall sei. Er betrachte die vollständige Kostenübernahme als „Frage der sozialen Chancengleichheit“.