Prometheus-Akademie Berlin – Skandal um Leichen

Prometheus-Akademie Berlin – Skandal um Leichen

Potentielle Medizinstudenten haben sich für viel Geld - unwissentlich und in gutem Glauben - an einem Skandal „beteiligt“: Mit dem Slogan „Das Vorsemester Medizin ist Ihre ideale Vorbereitung auf das Medizinstudium.

In Berlin, Köln und München können Sie in 3,5 Monaten Ihre Chancen verbessern, die Wartezeit sinnvoll nutzen und den Einstieg ins Studium deutlich erleichtern. Im Vorsemester Medizin lernen Sie in knapp 4 Monaten die wichtigen Grundlagen für ein erfolgreiches Medizinstudium. 75 % unserer Teilnehmer erhalten so innerhalb eines Jahres einen Medizinstudienplatz.“

Die Prometheus-Akademie Berlin wirbt seit Jahren um nicht zugelassene Studienbewerber der Medizin, die sich durch sog. „Vorsemester“ auf das Medizinstudium vorbereiten, insbesondere auch naturwissenschaftliche Kenntnisse erwerben oder auffrischen wollen.

Im Hintergrund aber ermittelte die Staatsanwaltschaft Berlin gegen die hinter der Prometheus-Akademie stehenden und von den Gebühren profitierenden Verantwortlichen.

Wie kam es dazu? 

Im Rahmen eines Kurses für angehende Medizinstudenten an der Akademie durften Laien unter Anleitung von Dozenten an den verschiedenen menschlichen Körperteilen sezieren. Dies ist nach dem Berliner Sektions- und Bestattungsgesetz verboten und strafrechtlich eine Störung der Totenruhe.

Die Prometheus-Akademie importierte hierfür – angeblich - über eine amerikanische Firma Leichenteile nach Deutschland, ohne dass Herkunft und Identität der Körper geklärt war.

Während die Akademie behauptet, über die nötigen Nachweise zu verfügen, konnte sie nach Aussage des Amtsleiters des Gesundheitsamts Reinickendorf aber im Rahmen einer gesundheitsbehördlichen Kontrolle die Nachweise nicht erbringen. Das Gesundheitsamt hatte Hinweise vom Landeskriminalamt bekommen, denen es gefolgt war. Es könnte sein, dass hinter diesen Hinweisen ein „Mitwettbewerber“ der Akademie steht.

Eine schaurige Angelegenheit nach Auffassung des Amtsleiters des Gesundheitsamts. Eigentlich hätte die Einführung der menschlichen Körper, denen teilweise Gliedmaßen fehlten, nicht gelingen dürfen. Insofern ist offensichtlich auch der Zoll am Frankfurter Flughafen - über den die Einfuhr erfolgte - von dem Skandal betroffen.

Bereits im August beschlagnahmte das Landeskriminalamt die Leichen und der Amtsleiter des Gesundheitsamts versichert, man habe Maßnahmen ergriffen und bisherige Handlungen untersagt. Was dort lief, werde so nicht mehr funktionieren.

Mal schauen, was dabei herauskommt. 

Hier der Link zu einem ausführlicheren Bericht in der Berliner Morgenpost vom 15.09.2017

https://www.morgenpost.de/berlin/article211928263/Lehre-an-Prometheus-Akademie-geht-weiter-ohne-Leichen.html