Mal wieder! Juristische Prüfungsarbeiten im Ersten juristischen Staatsexamen verloren gegangen

Mal wieder! Juristische Prüfungsarbeiten im Ersten juristischen Staatsexamen verloren gegangen

Wir nehmen Bezug auf die Artikel „Prüfungspanne in Bayern: Examensklausuren im Müll gelandet und verschwunden“ in Legal Tribune Online vom 18.03.2019 und  „Nach Panne in Münster: Verlorene Examensklausuren wieder aufgetaucht“ a.a.O. vom 14.12.2018, https://www.lto.de

Diesmal hat es das Landesjustizprüfungsamt Bayern (LJPA) im aktuellen Prüfungstermin 2019/I  getroffen. Der Fehler liegt aber offensichtlich beim Paketdienstleister, gegen den das LJPA Anzeige erstattet haben soll:

Ein Paket mit 40 Prüfungsarbeiten sollte durch einen Kurierfahrer des Paketdienstleisters an den Korrektor zugestellt werden. Dieser hat jedoch das Paket in einer vor dem „Anwesen“ des Korrektors abgestellten Altpapiertonne abgelegt, die kurz darauf entleert wurde.

Das LJPA soll sofort mit dem Entsorgungsunternehmen Kontakt aufgenommen haben, die Klausuren blieben aber unauffindbar. Die in Bezug genommene LTO berichtet sogar, dass Mitarbeiter des LJPA auf der Mülldeponie nach den Klausuren „fahndeten“.

Das LJPA soll den betroffenen Prüfungskandidaten angeboten haben, entweder eine Ersatzklausur zu schreiben, oder im Falle des Verzichts, aus den Bewertungen der übrigen Klausuren die Endnote des schriftlichen Prüfungsteils zu bilden.

Zuletzt war offensichtlich in Nordrhein-Westfalen ein „Problemfall“ mit  Examensklausuren bekannt geworden. Dort waren 25 Klausuren, die über das Landgericht Münster an den Zweitkorrektor übergeben werden sollten, „untergetaucht“. Nach „gründlicher Aufarbeitung des Sachverhalts“ teilte das Oberlandesgericht später aber mit, dass für die Betroffenen das Prüfungsverfahren fortgesetzt werden könne.

In diesem Fall war es wohl so, dass die Klausuren statt über das Landgericht direkt an den Zweitkorrektor versandt wurden. Der Postbote muss das Paket aber, weil angeblich die Hausnummer nicht stimmte, bei einer studentischen Wohngemeinschaft unter der angegebenen Hausnummer abgegeben haben. Warum der Zweitkorrektor das Klausurenpaket dort aber erst nach Wochen abholte, blieb unklar.

Nicht nur zu solchen, sondern zu sämtlichen prüfungsrechtlichen Sachverhalten berät Sie Herr Rechtsanwalt Joachim Drinhaus, Leiter des Teams Prüfungsrecht der Kanzlei Dr. Brehm & Brehm-Kaiser.