Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt

Ein Schelm, der schlechtes dabei denkt: Der fränkische Ministerpräsident spendiert Nürnberg eine neue Universität

Die bayerische Landesregierung hat eine komplett neue Universität geordert: Die TU Nürnberg, an der ab 2025 bis zu 6000 Studenten eingeschrieben werden sollen.

Nürnberg ist zwar Universitätsstadt, „teilt“ sich derzeit jedoch die Friedrich-Alexander-Universität (FAU) mit der Nachbarstadt Erlangen, wo Siemens mit vielen tausend Mitarbeitern ansässig ist und derzeit einen eigenen Ausbildungs-Campus baut.

Nun hat die bayerische Staatsregierung beschlossen, dass 2025 an der komplett neu errichteten Technischen Universität Nürnberg (TUN) die ersten Lehrveranstaltungen angeboten werden sollen. Die TUN soll neue Studienkonzepte anbieten und sich in Forschung und Lehre deutlich von bisherigen Universitäten abheben. Die neue TU soll – so der Ministerpräsident - "bundesweiten Modellcharakter" haben und "ein völlig neues universitäres Denken" entwickeln. Bis zu 6000 Studenten sollen an der TUN von 200 bis 240 Professoren ausgebildet werden und dies überwiegend auf Englisch, mit starker Praxisorientierung und internationalem Anspruch.

Insgesamt geht – es ist Landtagswahlkampf – die Regierung mit dem „Füllhorn“ durch den Freistaat: 1,2 Milliarden Euro für die neue Universität, 1,5 Milliarden Euro für den Ausbau der Erlanger Universität und 300 Millionen Euro für die Technische Fachhochschule in Nürnberg.

Nur zulassungsbeschränkte Studiengänge

"Jeder Studiengang dort wird zulassungsbeschränkt sein", kündigte der Präsident der TU München, Herrmann, von dem die Ideen stammen, im Blog des Journalisten Jan-Martin Wiarda an, "angesichts der Exzellenz, die wir in allen Studiengängen erreichen wollen, sind Auswahlverfahren unvermeidbar." Gemeint sind damit sog. Eignungsfeststellungsverfahren, in dem sich dann die Universität – wie bereits die TU München – „ihre“ Studierenden nach eigenem Gusto aussucht.