Drei Viertel der Auslandsstudienleistungen werden anerkannt – Allerdings erhebliche Differenzen zwischen den Fächern

Drei Viertel der Auslandsstudienleistungen werden anerkannt – Allerdings erhebliche Differenzen zwischen den Fächern

Neue Zahlen für die Anrechnung von Studienleistungen die während eines Semesters oder länger im Ausland erbracht wurden, hat eine neue Umfrage des Deutschen Akademischen Austauschdienstes (DAAD) unter rund 7000 Studierende im Jahr 2017 im Anschluss an ihren Auslandsaufenthalt geliefert:

Ein Semester oder gar längere Zeit im Ausland zu studieren - das ist bei deutschen Hochschülern beliebt. Manchmal bringt das Auslandsstudium auch über Soft Skills und Sprachkenntnisse hinaus etwas; nämlich dann, wenn im Ausland erbrachte Studienleistungen hierzulande anerkannt werden. Wie oft das der Fall ist, zeigt die unter

https://eu.daad.de/service/medien-und-publikationen/publikationsdatenbank/de/46380-publikationsdatenbank/?q=Anerkennung&programmlinie=60&erscheinungsjahr=&sortBy=p_yearOfPublication_d&page=1

ins Netz gestellte Umfrage des DAAD: Wer im Ausland studiert hat, kann durchschnittlich drei Viertel der dort erbrachten Leistungen für das Studium in Deutschland anerkennen lassen. Drei Viertel der Studierenden sind mit dem Anerkennungsergebnis zufrieden. Das Gleiche gilt für die Notenumrechnung. Die Zufriedenheit mit dem Auslandsaufenthalt insgesamt ist noch höher – sie liegt bei 93 %.

Die Anerkennungsrate variiert jedoch von Fach zu Fach. Besonders gut sind die Anerkennungsquoten etwa in Medizin (85 %) und in den Wirtschaftswissenschaften (83 %). Besonders niedrig sind die Werte in Fächern, die landesspezifisch stark variieren, etwa in Jura: Nur 34 % der im Ausland erbrachten Leistungen in den Rechtswissenschaften werden hierzulande anerkannt.

Der DAAD sprach mit Blick auf die Umfrageergebnisse von einem “positiven Bild“ der Anerkennungspraxis in Deutschland, war aber gleichzeitig kritisch:

„Gleichzeitig ist Anerkennung aber immer noch kein Automatismus – selbst nicht im Europäischen Hochschulraum“. Erkennen Heimathochschulen die im Ausland erbrachten Studienleistungen nicht oder nur eingeschränkt an, argumentieren sie häufig mit Abweichungen bei den Studieninhalten. Hier wäre eine stärkere Ausrichtung an den Lernergebnissen auch im Sinne der Lissabon-Konvention wünschenswert.

Nicht immer allerdings bedeutet eine nur teilweise Anerkennung, dass eine Anrechnung zu 100 % prinzipiell unmöglich gewesen wäre: Denn es kommt immer wieder vor, dass deutsche Studenten die Anerkennung absichtlich ausschlagen, um hierzulande noch einmal zu versuchen, im entsprechenden Fach bessere Noten zu erzielen. Auch gibt es manchmal Auslandsaufenthalte in einer späten Phase des Studiums, zu der nur noch wenige Punkte auf die heimischen Studienleistungen anrechenbar sind.