Die Auswahl im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) in Lübeck lässt 3/4 aller Bewerber „null Chance“ – darüber wird beim BVerfG am 04.10.2017 zu reden sein

Die Auswahl im Auswahlverfahren der Hochschulen (AdH) in Lübeck lässt 3/4 aller Bewerber „null Chance“ – darüber wird beim BVerfG am 04.10.2017 zu reden sein

Das Verwaltungsgericht Schleswig hat durch Beschluss vom 22.08.2017 in einem von uns betriebenen Verfahren die Auswahlsatzung der Medizinischen Universität Lübeck (MUL) bestätigt und den Antrag unserer Mandantin auf (nachträgliche) Teilnahme am Auswahlgespräch abgelehnt.

Die MUL vergibt alle Plätze im AdH über ein Auswahlgespräch. Hierzu gibt es – nicht nur ein Vorauswahlverfahren (Ortpräferenz 1), sondern – was die MUL nicht zugesteht – zwei Auswahlverfahren, nämlich ein weiteres nach – eventuell bonierter - Abitur-Note.

Zu den Auswahlgesprächen des WS 2017/2018 hatte die MUL insgesamt 241 Bewerber eingeladen, von denen 230 erschienen. Die Auswahl erfolgte wie folgt: Zunächst wurden 195 Bewerber mit einer aufgrund Bonierung besseren Durchschnittsnote als 1,0 – konkret zwischen 0,4 und 0,9 – „eingeladen“. Die Zahl 240 (eine Besonderheit lassen wir an dieser Stelle außer Acht) wurde durch 45 ausgeloste Bewerber mit 1,0 aufgefüllt und im Auftrag der MUL durch hochschulstart.de zum Auswahlgespräch zugelassen.

Unsere Mandantin mit Abi-Note 1,6 – aufgrund Bonierung im Ergebnis 1,0 – war nicht ausgelost worden.

Dem Beschluss des VG Schleswig ist zu entnehmen, dass (nur) fünf Bewerber mit einer Durchschnittsnote von 2,0 (insgesamt hatten sich rund 100 Bewerber mit 2,0 in erster Präferenz für die MUL beworben) mit der maximalen Bonierung von 1,0 aufgrund des unter den Bewerbern mit 1,0 durchgeführten Losverfahrens zum Auswahlgespräch eingeladen worden sind.

Dagegen hatten Bewerber ab 2,1 keine Chance, welche Vorleistungen oder sonstigen Kriterien sie auch aufzuweisen hatten.

Die MUL ist als „sachkundige Dritte“ zum Termin zur mündlichen Verhandlung am 04.10.2017 vor dem Bundesverfassungsgericht (BVerfG) geladen. Wir haben dem BVerfG über unseren Fall berichtet.