Bayern schafft ab dem Wintersemester 2019/2020 weitere Medizinstudienplätze! - Modellstudiengang Humanmedizin

Bayern schafft ab dem Wintersemester 2019/2020 weitere Medizinstudienplätze! - Modellstudiengang Humanmedizin am Universitätsklinikum Augsburg – am Anfang 80, später 200 Studienanfänger

Nach übereinstimmender Einschätzung gibt es in Deutschland nicht ausreichend Studienplätze für Humanmedizin. Der bereits jetzt bestehende Mangel an Nachwuchskräften in den Kliniken und Praxen wird sich in den nächsten 10 Jahren zusätzlich durch eine große Ruhestandswelle verschärfen. Zwar sind – wie bekannt – viele Bewerberinnen und Bewerber vorhanden, es fehlt jedoch an der notwendigen Ausbildungskapazität:

Derzeit stehen den jährlich regelmäßig über 50.000 Bewerberinnen und Bewerbern lediglich ca. 12.600 Studienplätzen gegenüber mit der Folge, dass auch exzellente Abiturnoten nicht den Erwerb eines Studienplatzes garantieren. Hinzu kommt, dass die Abschaffung der Wartezeit droht.

Die Gründung weiterer Fakultäten ist daher eine mögliche Maßnahme, der Studienplatzknappheit und dem Ärztemangel zu begegnen. In Bayern liegt das Angebot an Medizinstudienplätzen gemessen an der Gesamtbevölkerung marginal über dem bundesdeutschen Durchschnitt (109,2 Studienplätze bezogen auf 100.000 Einwohner im Vergleich zu 108,2 Studienplätzen pro 100.000 Einwohner bundesweit) und weit unter anderen Bundesländern. Ganz vorn liegt Mecklenburg-Vorpommern mit den Universitäten Rostock und Greifswald mit 205,3 Studienplätze pro 100.000 Einwohner.

Daher hat der Freistaat Bayern bereits vor einigen Jahren beschlossen, die kommunale Klinik Augsburg in ein staatliches Universitätsklinikum umzuwandeln und damit die staatliche medizinische Ausbildung durch Gründung einer sechsten medizinischen Fakultät im Freistaat zu stärken. Nun soll der geplante Modellstudiengang Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität Augsburg zum WS 2019/2020 den Betrieb aufnehmen.

Wie bei bereits bestehenden Modellstudiengängen Humanmedizin anderer deutscher Universitäten zeichnet sich auch der Modellstudiengang in Augsburg vorrangig dadurch aus, dass der Studiengang nicht in eine vorklinische Phase (natur- und sozialwissenschaftliche, theoretische Grundlagen der Medizin) und eine darauffolgende klinische Phase (klinisch-theoretische und klinische Fachdisziplinen) gegliedert ist, sondern von vorn herein vorklinische grundlagenwissenschaftliche und klinische Inhalte integriert unterrichtet werden. Dadurch erhalten die Studierenden bereits zu einem frühen Zeitpunkt Einblicke in die medizinische Praxis und erleben früh den Kontakt und den Umgang mit Patientinnen und Patienten.

Aktuell erstellt die Fakultät die Studien-, Prüfungs- und Zulassungsordnung, die nach Fertigstellung im Laufe dieses Jahres veröffentlicht wird. Parallel dazu erfolgt die Ausgestaltung des „Kompetenzorientierten Augsburger Medizinischen Curriculums“ (KAMM) sowie die Erstellung von Studienplänen.

Wenn alles planmäßig verläuft, wird der Studiengang Humanmedizin mit ca. 80 Studienanfängerinnen und -anfängern pro Jahrgang beginnen. Die Zahl steigert sich dann in den folgenden Jahren auf über 200. In der Endausbaustufe, die ca. zehn Jahre nach Start des Studienbetriebs erreicht sein wird, werden über 1.500 angehende Mediziner und Medizinerinnen an der Universität Augsburg studieren.

Zwar nur ein Tropfen auf dem heißen Stein, aber Nachahmer stehen schon bereit. Insoweit verweisen wir auf unseren Bericht zu dem am Katharinenhospital Stuttgart geplanten Klinikum.

Nachstehende Links bieten umfassendere Informationen:

https://www.egms.de/static/de/journals/zma/2017-34/zma001098.shtml

https://www.uni-augsburg.de/projekte/medizin/faq/

http://www.med.uni-augsburg.de/de/studium/