Auch in Frankreich: Ärztemangel in ländlichen Gebieten!

Auch in Frankreich: Ärztemangel in ländlichen Gebieten!

Aber dort will man gleich den „gesamten“ Numerus clausus abschaffen!

Wir nehmen Bezug auf den Artikel „Macron will Numerus clausus für Medizinstudierende abschaffen“ in www.aerzteblatt.de vom 18.09.2018, der Stellungnahme der französischen Gesundheitsministerien Agnès Buzyn „Pourquoi nous supprimons le numerus clausus“ in www.leparisien.fr vom 17.09.2018, die Gesetzesinitiative „Proposition de loi visant à augmenter le numerus clausus en médecine et à faciliter i’installation des médecins sur les territoires ruraux“ vom 06.02.2019 sowie dem Artikel „Médecine: la fin du „numerus clausus“ pour les etudiants votée par l’Assemblée“ in LEXPRESS.fr vom 19.03.2019.

Im Rahmen einer Reform des Gesundheitswesens soll der französische Staatspräsident Emmanuel Macron eine verstärkte Ausbildung von Medizinern angekündigt haben. Die Numerus clausus genannte Zugangsbeschränkung solle von 2020 an wegfallen.

Der Numerus clausus in Frankreich entspricht nicht unserer deutschen Studienplatzbeschränkung.

Seit 1971 begrenzt der dortige Numerus clausus die Zahl der Plätze im Auswahlverfahren am Ende des ersten gemeinsamen Studienjahres (études de santé) für Berufe im Gesundheitsbereich. Dies sind z.B. die Berufe der Medizin, Zahnheilkunde, Pharmazie, Hebammen, Krankenschwestern, Physiotherapeuten. Mehr als dreiviertel der Teilnehmer dieser Wettbewerbe sollen daran scheitern.

In 2018 standen zuletzt  59.753 eingeschriebene Studenten im ersten gemeinsamen Studienjahr 8.205 Studienplätze im zweiten Studienjahr gegenüber.

Macron nannte dieses System absurd.

Die Gesundheitsministerien nannte gegenüber der Zeitschrift Le Parisien mehrere Gründe für das Ende dieses Systems. Insbesondere sei die bisherige Auswahl der zukünftigen Mediziner nicht mehr aufgrund ihrer Kompetenzen in Mathematik oder Physik zu treffen. Man benötige auch humanistische und andere Studentenprofile und das Ende des Numerus clausus werde die Diversifizierung der Studentenprofile erlauben. Die Abbruchquote, Depressionen und Selbstmorde bei den Studenten zeige deutlich, dass mit dem bisherigen System etwas nicht gestimmt hat.

Am 06.02.2019 erfolgte die entsprechende Gesetzesinitiative in der Nationalversammlung.

Der Auswahlprozess soll weiterhin anspruchsvoll und selektiv bleiben, um ein hohes Maß an Kompetenz für zukünftige Angehörige des Gesundheitswesens zu gewährleisten.

Die Gesundheitsministerin hatte bereits im September 2018 gegenüber Le Parisien darauf hingewiesen, dass vermutlich Examina den Fortgang ins zweite bzw. dritte Studienjahr beschränken werden.

Die Nationalversammlung soll den entsprechenden Gesetzesentwurf nach erster Lesung am 19.03.2019 gebilligt haben. Nun muss der Senat darüber beraten.