Ärgerlich: Ausbildung im Osten ja – dort arbeiten eher nicht!

Ärgerlich: Ausbildung im Osten ja – dort arbeiten eher nicht!

Wir nehmen Bezug auf die Artikel „Uni-Absolventen zieht es weg aus Ostdeutschland“ in

www.Gießener-Allgemeine.de vom 27.03.2019 und „Nach dem Abschluss: Wo Studenten arbeiten möchten – und wo nicht“ in www.faz.net vom 27.03.2019

Beiden Artikeln liegt ein Bericht von Julia Menke, Studitemps vom 27.03.2019 auf https://studitemps.de/magazin/wohin-zieht-es-uni-absolventen über die Sonderauswertung der „Fachkraft 2030 Studie“, an der 18700 Studenten und Absolventen teilgenommen haben, zugrunde. Die Studie beruht auf einer Kooperation des auf Studenten spezialisierten Personaldienstleisters Studitemps mit der Universität Maastricht und wurde am 27.03.2019 in Köln publiziert.

Das „unschöne“ Ergebnis: Studenten lassen sich zwar gerne an den Hochschulen im Osten ausbilden, was neben der Qualität der gebotenen Lehre, so zumindest die FAZ auch an günstigeren Lebenshaltungskosten und niedrigerem Numerus clausus liegen soll. Nach dem Hochschulabschluss wollen die Studenten aber schnell weg.

Allerdings trifft die Abwanderungswelle auch Rheinland-Pfalz.

So wandern Hochschulabsolventen besonders aus Rheinland-Pfalz (minus 40,1 %), Thüringen (minus 49 %), Brandenburg (minus 57,1 %) und Sachsen-Anhalt (minus 64 %) ab.

Länder, die mehr Hochschulabsolventen erhalten, als sie ausbilden, sind dagegen Spitzenreiter Hamburg (plus 159,6 %), Berlin (plus 78,4 %), Bayern (plus 10,3 %) und Baden-Württemberg (plus 7,2 %).

Diese erheblichen Wanderbewegungen der Hochschulabsolventen auf dem Weg in die Erwerbstätigkeit sind vermutlich durch die Erwerbsaussichten bestimmt. Denn neben den beliebten Zielen Hamburg oder Berlin, bieten gerade die süddeutschen Länder Bayern und Baden-Württemberg eine besonders starke Industrie.

Die „Abwanderung“ ist für die betroffenen Länder besonders ärgerlich, weil sie die Ausbildungskosten tragen, da Universitäten in der Regel von den Ländern finanziert werden, von der Ausbildung dann aber die ohnehin bereits wirtschaftsstarken Länder profitieren.